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Psychotraumatologische Spezialambulanz

hangemalter konzentrischer Kreis, außen dunkelgrün über hellgrün zu gelb und rot bis violett in der Mitte, geschmückt von einer Feder, eine Handzeichnung quasi

Deutschlandweit liegt die Lebenszeithäufigkeit für traumatische Erlebnisse bei fast 50%. Zwei von drei Menschen, die bis 1946 geboren sind, haben traumatische Erfahrungen gemacht.Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass es in Deutschland eine Art „kollektive Traumatisierung“ durch den 2. Weltkrieg gegeben hat und dass unter den heute alten Menschen Holocaustüberlebende, Kriegstraumatisierte und Vertriebene sind.

Posttraumatische Belastungsstörung

Posttraumatische Belastungsstörungen kommen gerade bei älteren Menschen häufig vor. Bei traumatisierten älteren Menschen können drei Formen der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) unterschieden werden:

  • die chronische PTBS aufgrund früherer Traumatisierung,
  • die verzögerte PTBS bei früherer Traumatisierung (z.B. Kriegserlebnisse) mit Wiederaufleben im Alter und
  • die akute PTBS bei im Alter erlebter Traumatisierung.

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Traumatisierung im Alter

Auslöser für akute Traumatisierungen im Alter können Verlusterlebnisse (Tod nahestehender Menschen) oder Missbrauchserfahrungen wie Gewaltanwendung oder Verwahrlosung pflegebedürftiger alter Menschen sein, aber auch Gewalttaten wie Überfälle und Einbrüche, Ünglücksfälle, Unfälle, Katastrophen oder deren Zeugenschaft.

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Traumatisierung nach einem Gewalterlebnis

Nach körperlichen oder psychischen Gewalterfahrungen können Symptome starker psychischer Belastung wie Niedergeschlagenheit, Rückzug, Alpträume, Ängste, Unruhe und immer wiederkehrende Erinnerungen an das Ereignis (Flashbacks) auftreten. Diese sind Teil einer zunächst normalen Stressreaktion und häufig auch vorübergehender Natur. Manchmal können die Symptome länger anhalten und zu Folgeerkrankungen wie der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) oder Depressionen und schlimmstenfalls zu Persönlichkeitsänderungen führen.

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Unser Behandlungskonzept

Wir bieten in der Psychotraumatologischen Spezialambulanz psychotherapeutische Unterstützung für ältere Menschen ab dem 65. Lebensjahr an. Wir arbeiten entsprechend den Richtlinien der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie e.V. (DeGPT). Neben Aufklärung und Beratung bieten wir auch diagnostische Verfahren, Kriseninterventionen und Stabilisierungsbehandlungen an. Die therapeutische Ausrichtung ist integrativ traumaspezifisch orientiert und umfasst Elemente der Psychodynamisch Imaginativen Trauma Therapie (PITT) nach Reddemann und EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) als Behandlungsmethode.

Die Behandlung erfolgt bei akuter Gewalterfahrung gemäß dem Opferentschädigungsgesetz (OEG) in Form von zunächst 5 Sitzungen, deren Kosten nach Antrag vom Landschaftsverband Rheinland in jedem Fall übernommen werden.

Bei älteren Menschen mit schweren chronischen oder im Alter verzögert aufgetretenen oder reaktivierten Traumafolgestörungen bieten wir Behandlungen an. Hierzu benötigen wir als Psychiatrische Institutsambulanz die Überweisung durch den Hausarzt oder Facharzt.

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