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Forschung

Genetik von Autismus Spektrum Störungen

In Kooperation mit der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Goethe Universität Frankfurt/Main (Direktorin: Frau Prof. Dr. Christine Freitag) werden unterschiedliche Studien zur Genetik von Autismus-Spektrum-Störungen mit unterstützt. Es werden hierfür Blutproben von autistischen Kindern und Jugendlichen sowie deren Geschwistern und deren Eltern gesammelt und in der Klinik in Frankfurt untersucht. Es werden genomweite Assoziationsstudien sowie Mutationsuntersuchungen durchgeführt. Über die Klinik in Frankfurt besteht somit eine Unterstützung internationaler Konsortien zur Molekulargenetik autistischer Störungen (International Molecular Genetic Study of Autism (IMGSAC), Autism Genome Project (AGP), The Autism Simplex Collection (TASC).

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Autismus und ADHS

Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der dimensionalen Beschreibung von Phänotypen bei Autismus Spektrum Erkrankungen und der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Es werden hierzu epidemiologische und neuropsychologische Untersuchungen bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 bis 18 Jahren durchgeführt. Eine detaillierte Erfassung dimensionaler Phänotypen ist eine grundlegende Voraussetzung, um Endophänotypen ausreichend gut zu untersuchen. Klinische und epidemiologische Daten werden anhand von Symptom-Fragebögen und standardisierten Interviews erfasst. In neuropsychologischen Untersuchungen werden behaviorale Phänomene von Aufmerksamkeit, exekutiven Funktionen und Theory of Mind, mittels unterschiedlicher Testbatterien erfasst.

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Auswertung M-Authyk Fragebogen

Der M–Authyk Fragebogen dient der Entwicklung eines Screeninginstrumentes für die frühe Differentialdiagnostik zwischen Autismus-Spektrum-Störungen und einer Aufmerksamkeits-defizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Kindergarten, Vorschule und frühen Grundschulalter. Im Rahmen der multizentrischen Studie werden Daten an Kindern mit einer Autismus-Spektrum-Störung, einer ADHS sowie gesunden Kindern untersucht und ausgewertet.

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Pilotstudie Evalution einer psychoedukativen Elterngruppe bei Autismus-Spektrum-Störungen (PETHAU)

Eltern eines Kindes mit einer Autismus-Spektrum-Störung sind in ihrem erzieherischen Alltag einer hohen Beanspruchung ausgesetzt. Psychoedukation und therapeutische Anleitung sind für diese Eltern wichtig, um positive Veränderungen im Alltag der Familie zu erwirken. Bislang gibt es jedoch kaum kontrollierte Studien, welche die Effektivität psychoedukativer Trainings für Eltern von Kindern mit hochfunktionalem Autismus im Schulalter überprüfen. Im Rahmen der Pilotstudie soll geprüft werden, ob eine intensive therapeutische Anleitung und Psychoedukation der Eltern spezifische Verhaltensprobleme des Kindes reduzieren, elterlichen Stress und familiäre Belastungen senken und Wissen über Autismus-Spektrum steigern. Das Elterntraining findet in Gruppen zu jeweils 8 Elternpaaren/-teilen und 2 Gruppenleitern statt. Insgesamt nehmen die Eltern an 16 Sitzungen zu je 90 Minuten teil, die im einwöchigen Abstand stattfinden. Nach achtwöchiger Behandlungspause werden im Anschluss 2 Booster Sessions angeboten. Vor der Wartezeit sowie vor, während und nach Abschluss des Elterntrainings findet eine Befragung der Eltern zu Autismusspezifischen Symptomen, komorbiden Verhaltensstörungen und Einschränkungen in den Alltagskompetenzen ihres betroffenen Kindes statt.

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Körperbild von Jugendlichen mit klinisch-psychiatrischen Erkrankungen

Die Adoleszenz umfasst die körperliche und sexuelle Reifung. Der eigene Körper muss von den Jugendlichen in das oftmals fragide Selbstkonzeot integriert werden. Der Umgang mit dem sich veränderte Körper stellt daher eine herausfordernde Entwicklungsaufgabe im Jugendalter dar. Jugendliche mit psychiatrischen Erkrankungen haben oftmals Schwierigkeiten in der Bewältigung dieser Entwicklungsaufgabe. Dies spiegelt sich u.a. in einem negativen Körpererleben bzw. in einer negativen emotionalen Besetzung des Körpers wider. Diese Tatsache wird in der jugendpsychiatrischen Intervention oftmals vernachlässigt, zudem mangelt es an standardisierten Erhebungsinstrumenten zur Diagnostik des Körperbildes in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Das Ziel der Studie ist die Diagnostik des Körpererlebens bei Jugendlichen mit psychiatrischen Erkrankungen zur Weiterentwicklung bewegungstherapeutischer Interventionen. Untersucht wird der Dresdner Körperbildfragebogen (DKB-35, Pöhlmann et al., 2008). Der DKB-35 ist ein neuer Fragebogen, der auf der Basis der bisher gebräuchlichsten deutschsprachigen Fragebögen zum Körperbild/-konzept von einer Dresdner Forschergruppe entwickelt wurde. Der DKB-35 hat 35 Items, die auf 5 Subscalen verteilt werden: Vitalität, Selbstakzep-tanz, Körperkontakt, sexuelle Erfüllung, Selbstaufwertung. Untersucht werden männliche und weibliche Jugendliche im Alter von 13-18 Jahren, die in der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie teilstationär bzw. stationär behandelt werden.

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Deutsche Normierung das Adaptive Behavior Assessment System - Second Edition (ABAS-II)

Das ABAS-II ist ein im amerikanischen Raum vielfach genutztes und validiertes Instrument zur Einschätzung adaptiver Kompetenzen von Menschen mit und ohne Behinderung/psychischer Störung im Alter von Geburt bis 89 Jahren. Adaptive Fähigkeiten umfassen alle Verhaltensweisen, die für die selbständige Bewältigung des Alltags erforderlich sind. Die deutsche Normierung umfasst Kinder im Alter von 6-18 Jahren.

Die Normierung erfolgt in Kooperation mit Frau Juniorprofessorin Dr. Pia Bienstein, Departement Heilpädagogik und Rehabilitation, Universität zu Köln und Professor Dr. Manfred Döpfner, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Uniklinik Köln.

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COST Essea Action (Enhancing the Scientific Study of Early Autism)

Im Rahmen von COST (European Corporation in Science and Technology), einem europäischen Netzwerk, bestehend aus 23 Ländern, das die Koordination national geförderter Forschungsprojekte auf europäischer Ebene ermöglicht, besteht die Teilnahme an dem COST-Projekt ESSEA (Enhancing the Scientific Study of Early Autism). Das Projekt ESSEA läuft seit 2010. Die Aktion wird geleitet von Tony Charman (UK) und Herbert Roeyers (Belgien). Das Projekt hat das Ziel auf europäischer Ebene im Bereich der frühen Autismusforschung, Kapazitäten und Ressourcen zusammenzuführen und ein internationales Netzwerk zu etablieren. Außerdem finden Laboraustausche, halbjährliche Treffen, Short Term Scientific Missions und Summerschools für junge Forscher.

Die Aktion umfasst 4 Arbeitsgruppen

  • die Untersuchung von Geschwistern mit einem erhöhten Risiko von Autismus
  • die Verwendung von neuer Technologie in Kleinkindern und Vorschulkindern
  • Screeninguntersuchungen
  • frühe Behandlungsmöglichkeiten

Im Rahmen des Projektes wird unter der Leitung unserer Abteilung eine Untersuchung durchgeführt mit der Fragestellung, welche Behandlungsmöglichkeiten für Kinder von 0-6 Jahren mit Autismus-Spektrum-Störungen in Europa bestehen. Dies erfragt von Eltern sowie von im Bereich der Autismus-Spektrum-Störung tätigen Experten.

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