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Schluckstörung (Dysphagie)

Erklärung und Ursachen der Schluckstörungen

Eine interdisziplinäre Herausforderung!

In Deutschland sind ca. 5 Millionen Menschen (7% der Bevölkerung) von einer Schluckstörung betroffen! Studien zufolge sind sie für 30 bis 40 Prozent der Todesfälle in Alten- und Pflegeheimen verantwortlich.

Oftmals werden Dysphagien nicht oder viel zu spät erkannt – beispielsweise durch eine durch Verschlucken ausgelöste Entzündung im Lungengewebe (Aspirationspneumonie).

Wann treten Schluckstörungen auf?

Schluckstörungen treten bei ca. 70% neurologischer Erkrankungen auf:

  • beim Schlaganfall sind es über 50% in der Akutphase (bei Hirnstammläsionen über 60%)
  • beim schweren Schädelhirntrauma
  • bei Störungen des neuromuskulären Übergangs, z. B. Myasthenia gravis
  • bei Erkrankungen des Zentralen Nervensystems wie Hirntumoren, Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, Enzephalitis etc.
  • bei 84% aller Demenzen (Prosiegel 2005)
  • häufig treten Dysphagien auch nach einer OP oder intensivmedizinischen Behandlung
  • oder aber als Folge von strukturellen Läsionen auf.

Woran erkenne ich eine Schluckstörung?

Eine Schluckstörung erkennt man u.a. an folgenden Faktoren:

  • gurgelnder Stimmklang
  • häufiges Husten / Räuspern
  • vermehrte Schleimproduktion
  • Gewichtsverlust
  • erhöhte Temperaturen, Infekte

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Diagnostik - so läuft die Schluckuntersuchung

Die Diagnostik umfasst

  • eine Anamneseerhebung,
  • eine neurologisch-klinische Untersuchung (u.a. der Muskelfunktionen)
  • und eine durch die Nase durchgeführte videoendoskopische Untersuchung des Schluckakts.

Videoendoskopische Schluckdiagnostik

Durch das eingebrachte flexible Endoskop mit integrierter Saugvorrichtung und Kamera können die Bilder gleichzeitig elektronisch aufgezeichnet und somit detailliert ausgewertet werden.

Die Durchführung der Untersuchung und auch die Auswertung des erhobenen Befundes erfolgen in einem erfahrenen Team aus Fachkräften der Neurologie und Logopädie.

Eine direkte endoskopische Untersuchung des Schluckvorgangs ist unverzichtbar in der Erstdiagnostik sowie in der Verlaufskontrolle von Patienten mit Schluckstörungen im stationären wie auch im ambulanten Bereich!

Das ideale Werkzeug zur Begleitung logopädischer Therapien!

Videoendoskopie - Warum?

Zur Differenzierung von neurogenen Schluckstörungen hat sich die transnasale videoendoskopische Diagnostik mit einem flexiblen Endoskop etabliert.

Mit ihr kann eine Aspiration direkt nachgewiesen werden. Sie eignet sich besonders zur Verlaufskontrolle. Therapeutische Entscheidungen werden durch eine genaue Befunderhebung erleichtert, und eine Kontrolle des Therapieerfolgs ist möglich.

Die Entscheidung, Trachealkanülen zu legen oder aber zu entblocken wird erleichtert. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Verfahren auch bei Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter Bewusstseinslage oder Kooperationsfähigkeit durchgeführt werden. Die Untersuchung erfolgt ambulant.

Sie ist sehr aussagekräftig und für die Patientinnen und Patienten risikoarm, da wir vollständig auf die Gabe von Kontrastmittel verzichten und keine oft als gefährlich empfundene Strahlungen entstehen.