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Psychiatrie und Psychotherapie II

Behandlungsgrundsätze

Unser Behandlungsangebot beruht auf einem ganzheitlichen Ansatz, der das Zusammenwirken von Körper, Geist und Seele sowie dem sozialen Kontext bei der Behandlung der seelischen Erkrankungen berücksichtigt. Das bedeutet, wir wenden störungsspezifisch wirksame Therapiemodule aus dem Gesamtspektrum biopsychosozialer Verfahren im Sinne eines multimodalen therapeutischen Programms an. Auf diese Weise gelingt es uns, individualisiert, unter Berücksichtigung der aktuellen Lebenssituation und biographischen Konstellation und möglichst unter Einbezug des jeweiligen sozialen Umfeldes, auf die Bedürfnisse und Entwicklungspotenziale unserer Patientinnen und Patienten einzugehen.

Ziele der Behandlung sind an erster Stelle die Symptomfreiheit, im Einzelfall aber auch die Wiedergewinnung von Autonomie und Fähigkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe. Dabei ist uns wichtig die Wissensbildung um eigene Verletzlichkeit und individuell wirksame Stressoren, gleichzeitig aber auch die Entdeckung der eigenen Stärken und Widerstandskraft. Das Wissen über die eigene Erkrankung und die Fähigkeit, diese zu akzeptieren und sich auf erfolgversprechende Behandlungsangebote und später vielleicht auch empfehlenswerte präventive Maßnahmen einlassen zu können fördern wir in unseren psychoedukativen Gruppentherapien.

Krankheitsbilder/Behandlungsschwerpunkte

Ein multiprofessionelles Team aus Ärztinnen und Ärzten, Psychologinnen und Psychologen, Krankenpflegekräften, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern, Ergo- und Bewegungstherapeutinnen und- therapeuten behandelt Patientinnen und Patienten im Alter zwischen 18 und 64 Jahren mit Krankheiten aus allen psychiatrischen Diagnosegruppen wie z. B.

  • Depressionen
  • bipolare Erkrankungen
  • Angst- und Zwangserkrankungen
  • Psychosen
  • akute Belastungsreaktionen
  • chronische Schmerzzustände
  • psychische Erkrankungen im Zusammenhang mit körperlichen Störungen
  • Störungen der Persönlichkeitsentwicklung (z. B. Borderline-Störungen, somatoforme Störungen)
  • Suchterkrankungen als Nebendiagnose

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Psychotherapeutische Verfahren

Der psychotherapeutische Bereich wird breit abgedeckt. Methodisch werden Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie, systemische Familientherapie sowie die Dialektisch Behaviorale Therapie (DBT) zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Borderline Persönlichkeitsstörung oder komplexen posttraumatischen Belastungsstörungen angeboten. Die Therapie findet einzeln oder in Gruppen statt. Zur Bewältigung von depressiven und psychotischen Krankheitsbildern werden psychoedukative Verfahren angeboten.

Im Rahmen der Depressionsbehandlung und bei Schlafstörungen werden auch Wach- und Lichttherapie genutzt.

Neben den Gesprächsangeboten bieten wir eine differenzierte an den neuesten internationalen Standards ausgerichtete psychopharmakologische Behandlung an.

Station mit "Soteria Elementen"

Auf unserer Station mit Soteria-Elemente behandeln und begleiten wir Menschen in psychotischen Krisen gemäß ihrer individuellen Bedürfnisse. Charakteristisch für diese Erkrankungsform ist vor allem eine Zerrissenheit im Fühlen und Denken. Dadurch wird der Mensch in einer psychotischen Krise sich selbst und seiner Umwelt fremd. Typische Anzeichen dafür sind Wahnvorstellungen und Halluzinationen.

Das Behandlungsangebot der Soteria richtet sich an Menschen, die sich in einer akuten psychotischen Krise befinden den Ausbruch einer Psychose befürchten nach einer psychotischen Krise noch einer professionellen stationären Umgebung bedürfen, um die gemachten Erfahrungen besser einordnen und verarbeiten zu können.

Das aus dem Griechischen stammende Wort „Soteria” bedeutet Rettung, Sicherheit, Geborgenheit und wurde zum „Markennamen” einer speziellen Behandlung von Menschen in psychotischen Krisen.